
Es ist wirklich kurios: Inmitten einer Region mit spektakulärer Bergkulisse führt einer der faszinierendsten Ausflüge … unter den Berg! Das Salzbergwerk ist ein wahrer Geheimtipp, ganz besonders weil es noch in Betrieb ist. Natürlich führt die Tour nicht durch die Arbeitsbereiche, in denen die Bergleute arbeiten, aber dieser Ausflug in die Unterwelt ist weit mehr als nur ein Museumsbesuch. Es ist ein echtes Abenteuer.

Alles ist bis ins kleinste Detail organisiert. Schon vor dem Betreten des Bergwerks geht es los: Jeder Besucher muss einen Schutzanzug tragen. Bei Temperaturen von nur 12 °C tief unter der Erde ist eine leichte Weste darunter empfehlenswert! Kameras werden in einem Schließfach deponiert: So wird verhindert, dass sich Besucher gefährlich weit vorbeugen, um jeden Winkel zu fotografieren.

Dann ist es soweit, wir steigen aufdie kleine Grubenbahn. Und los geht's, hinein in das Herz des Berges, in die Dunkelheit, entlang feuchter Wände. Die Fahrt dauert nur fünf Minuten, aber das genügt, um sich vorzustellen, was die Bergleute empfunden haben müssen, als sie nur im Schein ihrer Lampen in die engen Stollen hinabfuhren.

Unsere Reise in die Tiefen der Erde geht weiter… per Bergmannsrutsche! Bis zum frühen 20. Jahrhundert dienten sie dem Materialtransport und waren natürlich ganz anders als die Rutschen in einem Vergnügungspark. Die Abfahrt ist beeindruckend, rasant und macht Spass. Wer die Treppe genommen hat, bereut es fast sofort beim Hören der Freudenschreie der "Draufgänger"!

Wie von Zauberhand öffnet sich die „Salzkathedrale“, eine beeindruckende Höhle, die zu Ehren des österreichischen Kaisers Kaiser Franz benannt wurde. Vor 150 Jahren wurde diese riesige Kammer mit Quellwasser gefüllt, um die Sole zu gewinnen. Heute bildet diese spektakuläre, 17 Meter hohe Höhle eine grandiose Kulisse für eine Multimedia-Show, die Musik, Bilder und historische Szenen miteinander verbindet.

Während der gesamten Tour erzählen Werkzeuge, Maschinen und Videos die Geschichte des Salzbergbaus von seinen Anfängen bis heute. Der Kontrast ist frappierend: Früher schafften die Bergleute nur sechs Zentimeter am Tag. Es dauerte dreißig Jahre, einen 650 Meter langen Tunnel zu graben! Wo die Bergleute einst mit unendlicher Geduld Spitzhacken schwangen, verwenden sie heute schwere und komplexe Maschinen.
Die Arbeit ist jedoch nicht einfacher geworden. Alle Bergleute haben eine technische Ausbildung absolviert und beginnen ihren Tag um 6:00 Uhr morgens mit einem gemeinsamen Gebet, bevor sie ins Innere des Berges hinabsteigen. Sauerstoffgeräte, CO₂-Detektoren, Helme, Stirnlampen und Sicherheitsschuhe gehören zu ihrer Ausrüstung. Trotz des technologischen Fortschritts bleibt die Arbeit anspruchsvoll, und ihr Mut verdient Respekt.
Eine weitere Rutsche tiefer ändert sich die Szenerie erneut und mutet fast wie eine Fata Morgana an: der Spiegelsee. Wo ist oben? Wo ist unten? Die spiegelglatte Oberfläche des Salzsees reflektiert die Höhlendecke und erzeugt so einen atemberaubenden Eindruck von Unendlichkeit. Licht- und Soundeffekte verstärken die Magie des Ortes zusätzlich. Schade, die Floßfahrt ist viel zu kurz!

Zwischen den fast surrealen Salzgrotten, den Multimedia-Installationen, den wissenschaftlichen Erklärungen und der Entdeckung des Labors vergeht die Zeit wie im Flug. Sogar Gin reift in den Tiefen des Bergwerks!
Die Zeit vergeht viel zu schnell. Mit der Grubenbahn geht es zurück zum Ausgangspunkt. Wir ziehen unsere Overalls aus, packen unsere Sachen zusammen und werfen natürlich noch einen Blick auf die Erinnerungsfotos, bevor wir den Salzladen besuchen. Nachdem wir dieses „weiße Gold“ mitten im Berg entdeckt haben, kann man unmöglich mit leeren Händen abreisen!
Praktische Informationen
https://www.salzbergwerk.de/fr
Salzbergwerk Berchtesgaden
Parkplatz Salzburger Straße 24, Besucherzugang Bergwerkstraße 83
D-83471 Berchtesgaden
Das Erlebnis iunter Berg kann nur im Rahmen einer einstündigen Führung gebucht werden.
Rechnen Sie mit 1,5 bis 2 Stunden, inklusive Ticketkauf, Anziehen, Besichtigung und Rückgabe der Kleidung.
Tipp : Um Wartezeiten zu vermeiden, die gewünschte Tour frühzeitig buchen.
Öffnungszeiten :
1. April bis 8. November, täglich von 9h bis 17h;
9. November bis 31. März, täglich von 11h bis 15h.
Geschlossen: 1. Januar / Karfreitag / Pfingstmontag / 1. November / 24., 25. und 31. DezemberPreise:
Erwachsene 26,50 €,
Kinder (4-16 Jahre) 13,50 €,
Familienkarte (2 Erwachsene und ein Kind) 59,00 €,
Jedes weitere Kind 8,00 €

Ein über 350 Jahre alter Bergwerksstollen
Der Salz-Entdeckungspfad führt durch die geheimnisvolle Moserrösche, einen über 350 Jahre alten und mehr als 100 Meter langen Stollen, der größtenteils unverkleidet ist und die Struktur einer Gletschermoräne offenbart.
Weiter geht es zum Pulverturm , wo man eine kleine Auswahl an typischen Holzobjekten der Berchtesgadener Handwerkskunst bewundern kann. Früher besserten die Bergleute ihr Einkommen mit Holzschnitzereien auf.
Am Ende der kleinen Wanderung wartet ein atemberaubender Blick auf den Watzmann. Anschließend führt der Weg zurück zum Ausgangspunkt.


















