
In den Straßen der baden-württembergischen Landeshauptstadt dominiert deutsch, aber man hört auch französisch, englisch, italienisch, dänisch und niederländisch. Am späten Nachmittag machen sich alle auf dne Weg nach Cannstatt (einem Stadtteil Stuttgarts) und zum dortigen Wasen, dem großen Volksfest am Neckarufer.

Willkommen beim Cannstatter Volksfest, Stuttgarts großem Volksfest. Drei Wochen lang gibt es hier gutes Bier, Musik, Fahrgeschäfte und leckeres Essen. Der Cannstatter Wasen ist dem Münchner Oktoberfest sehr ähnlich … obwohl die Schwaben überzeugt sind, dass der Wasen seinen ganz eigenen Charakter hat!

Die 1818 gegründete Veranstaltung ist so beliebt, dass der Zugang zum Gelände zeitweise gesperrt werden kann, insbesondere an Wochenenden und am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit. Manche Besucher bringen Getränke mit, um sich die Zeit zu vertreiben, und die zurückgelassenen Pfandflaschen sind ein willkommener Fund für Sammler: In Deutschland bringen sie einen kleinen Geldbetrag ein. Die Szenerie wirkt dennoch recht trostlos.
Sich einen Überblick verschaffen

Bevor man sich ins Getümmel stürzt, ist eine Fahrt mit dem Riesenrad ein absolutes Muss. Von dort oben ist die Aussicht grandios: der Neckar, das Festgelände, die Attraktionen, die bunte Menschenmenge und, etwas weiter entfernt, das Mercedes-Museum.

Am Nachmittag geht es auf dem Wasen sehr ruhig zu. Perfekt für Familien, die Kinder können sich austoben ohne im Gewühl verloren zu gehen, Senioren flanieren gemütlich. Am Abend ändert sich die Atmosphäre.
nd dann versteht man auch, warum man besser einen Platz in einem der Bierzelte reservieren hätte sollen um ein entsprechende Armband zu bekommen.
Da das begehrte Armband für den Zutritt zu den Hauptzelten der Brauereien unerlässlich ist, werden die Plätze in der Regel lange im Voraus reserviert. Jede Reservierung gilt zudem für ein bestimmtes Zeitfenster: 11 bis 17 Uhr oder 17 bis 23 Uhr.
Wenn der Schichtwechsel ansteht, sollte man die Hinterausgänge meiden und die Feiernden die Zelte verlassen müssen. Sie drängen sich in die Menschenmenge in den Alleen, manche haben noch einen Becher Bier in der Hand, und es kommt schon vor, mit ein wenig Bier bespritzt zu werden.
Ein Maß und die Party beginnt

Drinnen versteht man das Servicekonzept schnell. Die Kellner bringen automatisch „Maß“, Krüge mit einem Liter Bier. Und sobald der erste Krug auf dem Tisch steht, steigt die Stimmung rasch.
Ein guter Ratschlag: Essen Sie. Zum Beispiel den Klasiker, ein „Göckele“, ein knuspriges Brathähnchen. Und die Würzung scheint sorgfältig ausgewählt zu sein: Sie macht durstig! Aber es gibt auch eine Speisekarte.
Wer keinen Platz auf der Galerien oder in den Logen hat sondern im weitläufigen Parterre, sollte nicht lange mit dem Essen warten. Die ersten Gäste stehen schon auf den Bänken. Die Musikbands spielen einen Hit nach dem anderen, Hände klatschen im Takt, die Stimmen werden lauter und alle tanzen. Auf den Bänken. Stilles Sitzen kann man vergessen. Man singt, wiegt sich im Takt, umarmt den Nachbarn und hat einfach Spass. Turnschuhe und bequeme Schuhe sind daher viel praktischer als elegante Schuhe. Sogar zum Dirndl oder zur Lederhose!
Und dann gibt es da noch ein geheimes Accessoire: die Plastiktüte. Stammgäste wissen das schon lange. Man legt sie auf die Bank, um nicht direkt auf einer Oberfläche zu sitzen, die mit der Zeit immer klebriger wird. Außerdem schützt sie die Weste oder ein paar persönliche Gegenstände vor Bierspritzern.
Denn ja, manchmal schwappt das Bier schon über. Besonders dann, wenn das traditionelle „Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit“ ertönt. Bei „Die Krüge hoch!“ hebt jeder seinen Krug. Und wenn Dutzende Krüge in die Luft geschwenkt werden, muss man schon in Kauf nehmen, dass ein paar Tropfen auf die Kleidung gelangen.
Doch mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen lässt man sich einfach von der guten Laune mitreißen.
Während in den Bierzelten die stimmung brodelt, laufen die Fahrgeschäfte auf Hochtouren. Adrenalinjunkies haben die Qual der Wahl, während sich ruhigere Besucher freuen,, einige der traditionelleren Attraktionen wiederzuentdecken.

Und es ist unmöglich, den Ort zu verlassen, ohne eines der unzähligen Lebkuchenherzen die mit „Ich liebe dich“ und anderen Liebeserklärungen verziert sind, oder eine Tüte gebrannter Mandeln. Wer keinen Tisch in einem der Zelte ergattern konnte, muss aber nicht hungern: Biergärten und Imbisswagen laden zum Verweilen ein.
Ein Erntedankfest vor dem Bierfest
Was mir an diesem Fest besonders gefällt, ist, dass es seine Existenz nicht dem Bier verdankt. Das Cannstatter Volksfest wurde am 28. September 1818 von König Wilhelm I. von Württemberg und seiner Gemahlin Katharina in einem weitaus weniger festlichen Kontext ins Leben gerufen. Nach mehreren Missernten, insbesondere in den Jahren 1815 und 1816, litt die Bevölkerung unter Hungersnot, und die Agrarpreise schossen in die Höhe.

Wilhelm I., der 1816 an die Macht kam, setzte verschiedene Maßnahmen zur Förderung von Wirtschaft und Landwirtschaft um. 1818 rief er ein großes Landwirtschaftsfest ins Leben, um die Bevölkerung zu motivieren und für die Ernte zu danken.
Zwei Jahrhunderte später hat das Bier – ebenso wie die Fahrgeschäfte – offensichtlich viel Platz eingenommen. Doch ein Detail erinnert noch immer an die Ursprünge der Veranstaltung: die große Obstsäule, die zum Emblem des Cannstatter Wasen geworden ist.
Das einstige Landwirtschaftsfest ist heute das Cannstatter Volksfest. Und alle vier Jahre erinnert das Landwirtschaftliche Hauptfest an die landwirtschaftlichen Wurzeln dieses riesigen Volksfestes.
Dieses Jahr ist es wieder soweit: Vom 27. September bis zum 4. Oktober findet das große Landwirtschaftsfest wieder an seinem angestammten Platz auf dem Wasen statt.
Praktische Informationen
Das 179. Cannstatter Volksfest findet 2026 vom 25. September bis 11. Oktober statt.
Mit rund vier Millionen Besuchern aus aller Welt ist der alles andere als ein kleines Dorffest!
Mein Rat:
Um die kulinarischen Spezialitäten in Ruhe zu genießen (es gibt mehr als nur Brathähnchen), empfiehlt sich ein Besuch gegen Mittag. Die Musiker spielen bereits, die Atmosphäre ist ruhiger und gemütlicher . Der Nachmittag ist perfekt für Familien und Senioren.
Nicht zu verpassen:
den großen historischen Umzug, Sonntag, 27. September um 11 Uhr, mit rund 3.500 Teilnehmern;
die acht Hauptzelte, von denen eines dem Wein gewidmet ist, denn Stuttgart ist ebenfalls eine Winzerstadt;
die unzähligen Fahrgeschäfte und Attraktionen für alle Altersgruppen
die Eröffnung, bei der traditionell ein ierfass vom Stuttgarter Oberbürgermeister angezapft wird.
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 12h–23h; Freitag 12h–24h; Samstag 11h-24h; Sonntag 11h–23h. Am Freitag, den 25. September, geöffnet von 15h bis 24h.
Bitte beachten Sie: Taschen und Rucksäcke, die größer als DIN A4 sind, sind auf dem Gelände nicht gestattet. Kinder unter 6 Jahren müssen das Festgelände vor 20h verlassen; Kinder unter 14 Jahren nach 20h Uhr nur in Begleitung Erwachsener; Jugendliche unter 18 Jahren ab 22h.
Preise: Rechnen Sie je nach Zelt mit 14,60 € bis über 15,40 € für eine Maß Bier (1 Liter). Ein halbes Göckel mit Brötchen kostet zwischen 14 € und 15,80 €.
Und für alle die die Landwirtschaft genauso lieben wie das Bier, findet vom 27. September bis 4. Oktober parallel das Landwirtschaftliche Hauptfest statt. Der Eintritt ist kostenpflichtig. Im Vorverkauf erworbene Tickets beinhalten die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel am Besuchstag (siehe https://www.lwh-stuttgart.de/tickets/ ).

Stuttgart ou Munich ?
Difficile de parler du Wasen sans penser à l’Oktoberfest de Munich. Les deux fêtes ont leurs grandes chopes, leurs chapiteaux, leurs orchestres et leurs manèges. Mais l’ambiance n’est pas tout à fait la même.
Munich reste la reine incontestée en matière de fréquentation, avec quelque 6 à 7 millions de visiteurs. Très internationale, très connue, très bavaroise aussi, elle impressionne par ses immenses chapiteaux de brasseries.
Stuttgart joue une autre carte. Avec environ 4,6 millions de visiteurs, la Cannstatter Volksfest est souvent décrite comme plus souabe, plus familiale et un peu plus détendue. La fête foraine y occupe également une place particulièrement importante.
Alors, quelle est la meilleure ?
A Munich comme à Stuttgart, on peut venir pour goûter la bière, pour les manèges, pour l’ambiance ou simplement pour regarder passer les dirndl et les culottes de cuir.
Et, tôt ou tard, on finit généralement par lever sa chope avec les autres.
Die Krüge hoch !



















