
Auf dem elterlichen Bauernhof bewirtschaftet er 36 Hektar Kastanienhaine. Um die Produktion zu diversifizieren, baut die Familie außerdem Beeren, Honig und Gemüse an, das zu Suppen verarbeitet wird. Diese Diversifizierung ist wichtig, um die wirtschaftliche Rentabilität des Betriebs zu sichern.
Die Kastanie ist seit langem als „Brotbaum“ bekannt. Vom 17. Jahrhundert bis zum frühen 20. Jahrhundert bildeten ihre Früchte die Grundlage der Ernährung vieler ländlicher Familien. Kastanien wurden damals tonnenweise aus der Ardèche in andere Teile Frankreichs verfrachtet.
Die Branche durchlebte dann aber schwierige Jahrzehnte. Landflucht, Tintenkrankheit und die intensive Holzernte zur Versorgung der Lyoner Seidenindustrie mit Gerbstoffen halbierten die Fläche der Kastanienhaine. Angesichts dieses Niedergangs mobilisierten sich die Erzeuger. Die Familie Grange beteiligte sich bereits 1949 an der Gründung des Verbandes der Ardèche-Kastanienerzeuger – ein Engagement, das später zur Erlangung der geschützten Ursprungsbezeichnung (g.U.) für die Ardèche-Kastanie beitragen sollte.

Auch heute noch setzt Aurélien diese Erhaltungsarbeit fort. Stolz repräsentiert er die siebte Generation von Kastanienzüchtern. In seinem Kastanienhain widmet er den Winter dem Beschneiden und Pflegen der Bäume. Alle zwei Jahre veredelt er neue Bäume, um die Plantagen zu erneuern. Seit zehn Jahren bevorzugt er Sorten aus der südlichen Ardèche, die besser an Trockenperioden angepasst sind.
An Arbeit mangelt es nicht. Die Terrassen und ihre Trockenmauern müssen instand gehalten, die Obstgärten gepflegt, die Ernte verarbeitet und die Produkte verkauft werden. Rund zehn Personen arbeiten ganzjährig auf dem Hof, während der Erntezeit kommen Saisonarbeiter hinzu.
In den steilsten Gebieten werden die Kastanien noch immer von Hand geerntet. „Wir rücken Reihe für Reihe vor, auf Knien und mit dicken Handschuhen!“ Anderswo erleichtern Netze und Maschinen die Ernte. „Ohne diese Entwicklungen gäbe es kaum Kastanienzüchter“, meint Aurélien.

Mit einer jährlichen Ernte von fast 85 Tonnen zählt sein Kastanienhof zu den größten Betrieben der Region. Nur wenige Tonnen werden frisch verkauft; der Rest wird vor Ort verarbeitet. Kastaniencreme, -mehl, -kekse, -sirup und -liköre sind nur einige der Produkte, die die Ernte optimal nutzen.
Im Hofladen entdecken Besucher alle Facetten dieser Frucht, die in Frankreich oft fälschlicherweise als „Marone“ bezeichnet wird. Maronen sind aber die Früchte der Rosskastanie und nicht essbar. Die Esskastanie hingegen lässt sich auf unzählige Arten genießen.

Am Ende des Besuchs wird eines deutlich: In der Ardèche ist die Kastanie weit mehr als ein landwirtschaftliches Produkt. Sie ist ein lebendiges Erbe, das Familien wie die von Aurélien Grange Generation für Generation bewahren.

Praktische Informationen
La Ferme du Châtaignier, 700 chemin du roux, 07270 Lamastre, Tel. 04 75 06 30 19; geöffnet im Juli-August von Montag bis Samstag von 11 bis 19 Uhr, April bis Juni und September bis Oktober Mittwoch und Samstag von 15 bis 18 Uhr.
Führungen: 11:00 und 16:00 Uhr im Juli und August, um 15:00 Uhr in den übrigen Öffnungsmonaten.
Der Zugang zum Lehrpfad ist frei, ist jedoch nicht sehr gut für Kinderwagen und Personen mit eingeschränkter Mobilität geeignet.
Süße Pfannkuchen aus Kastanienmehl.
Im Sommer: Kastanienmehl-Galettes (zum Mittagessen).
Wohnmobilparkplatz, E-Bike-Ladestation


